max.recall information systems GmbH - MODELL: Arbeitszeitmodellen die unterschiedlichen Lebenskonzepten gerecht werden

Unternehmensbeschreibung:

max.recall beschäftigt sich mit intelligenter Datenanalyse, maschinellem Lernen und Digitalisierung. Die Mitarbeiter*innen entwickeln komplexe Suchtechnologien, maßgeschneiderte Algorithmen und Frontend-Lösungen im Bereich Big und Complex Data.

Ausgangslage:

Das Unternehmen existiert seit mittlerweile 9 Jahren und beschäftigte in der Vergangenheit hauptsächlich männliche Mitarbeiter. Am Beginn der Beratung stand ein klares Interesse des Unternehmens, mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenarbeiten zu wollen – unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und anderen demographischen Kriterien und das eher homogene Team zu erweitern. Obwohl die Karrieremöglichkeiten grundsätzlich sehr vielfältig sind (rasche Übernahme von Projektleitungen; Ansprechpartner*in nach außen, ...) sah sich max.recall vor der Herausforderung, am Arbeitsmarkt überhaupt weibliche Mitarbeiterinnen zu finden. Nach einer umfassenden Analyse wer mit den vorhandenen Stellenausschreibungen und dem damit verbundenen Rekrutierungsprozess überhaupt angesprochen, ermutigt und gefördert wird; wurden folgende Maßnahmen entwickelt:

  • geschlechtsneutrale Ausschreibung aller Positionen (Titel & Text)
  • die Auswahl von unterschiedlichen Suchmedien um unterschiedliche Personen anzusprechen
  • bewusster Verzicht auf ein vielfältiges und normiertes Kandiat*innenprofil sondern Fokussierung auf wenige Kern-Kompetenzen
  • wertschätzenden Interviewprozess auf Augenhöhe ermöglicht
  • bewusste Thematisierung des männerdominanten Umfeldes und das Darstellen der eigenen Sensibilisierung in Bewerbungsgesprächen
  • Trennung von Beobachtung & Beurteilung im Bewerbungsverfahren

Neben dem genderkompetente Recruiting wurden das Thema Arbeitszeitgestaltung in Angriff genommen. Das Team setzte sich mit dem Thema Arbeits(zeit-)gestaltung auseinander und individuelle Lösungen zum Thema flexibles Arbeiten wurden in Strukturen und Prozessen verankert.

Über beide Aspekte erfolgte eine kulturelle Identitätsarbeit und die Auseinandersetzung damit, wie die Mitarbeiter*innen miteinander arbeiten wollen und gleichzeitig unterschiedliche Zugänge und Lebenskonzepte akzeptiert werden. Als wesentliche  Grundwerte des Unternehmens konnten folgende Dimensionen identifiziert werden: Respektvoller und wertschätzender Umgang ist die Basis, Scherze sind erlaubt. Es gibt keine Diskussion über Familienverpflichtungen - Familie ist wichtig. Selbstbestimmung, flache Hierarchien und Eigeninitiative werden hoch geschätzt und als wichtig erachtet. All diese Dimensionen begünstigen das Arbeitsumfeld für Menschen mit Familienverpflichtungen und gleichzeitigen Karrierebestrebungen und adressieren somit insbesondere Frauen.

Ergebnisse

Das genderkompetente Recruiting wurde nun als grundlegende Basis für die Neuaufnahme von Mitarbeiter*innen verankert.

Chancengleichheit wurde als explizites Unternehmensziel aufgenommen, alle internen und externen Dokumente werden in gender-sensibler Sprache verfasst

Erfolge

  • Einstellung einer weiblichen Mitarbeiterin während der Projektlaufzeit
  • Entwicklung einer Home/Teleworking Richtlinie für alle Mitarbeiter*innen

„Aufgrund der Auseinandersetzung die ich durch die Beratung mit dem Thema hatte, ist es definitiv so, dass eine viel größere Sensibilisierung meinerseits existiert - im Zusammenhang damit, wie die Leute im Büro miteinander umgehen. Und entsprechend achte ich auch viel mehr darauf, jene Dinge die ich als unangemessen einstufe im Zusammenhang mit Gender anzusprechen und zu unterbinden“ – Dr. Helmut Berger CEO max.recall information systems GmbH

Beraterin

Dr.in Marita Haas
http://www.maritahaas.at/